Was fördert mehr das gegenseitige Verständnis als der interkulturelle Dialog, das Zusammentreffen von Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen, die gemeinsame Arbeit und Auseinandersetzung von Künstlerinnen und Künstlern mit Themen, die uns aktuell beschäftigen? Eine Antwort auf diese rhetorische Frage brauche ich Ihnen nicht geben.

 

Zwischen Andalusien und Deutschland gibt es einen sehr regen Austausch. Zwei der insgesamt elf Millionen deutscher Touristen, die jährlich Spanien besuchen, verbringen ihren wohlverdienten Urlaub in Andalusien, vornehmlich an der Costa del Sol. Sie schätzen neben Sonne, Strand und Meer die Gastfreundschaft der Spanier, fühlen sich willkommen. Viele von ihnen interessieren sich für die Kultur, Traditionen und Geschichte Andalusiens, unternehmen Ausflüge ins Landesinnere, besuchen die Alhambra in Granada, die Mezquita in Córdoba oder Medina Azahara, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

 

Bei allem Interesse und aller Aufgeschlossenheit, auf der Strecke bleibt doch in vielen Fällen der persönliche Austausch, die zwischenmenschliche Begegnung.

Mit dem Projekt „Artist Village Mijas“ oder auf gut deutsch und spanisch „Künstlerdorf Mijas /Mijas -pueblo de artistas“ wollen wir dem entgegenwirken. Wir wollen nicht nur den Austausch und die Begegnung von deutschen, spanischen Künstlerinnen und Künstlern aufbauen und intensivieren, sondern auch die Begegnung von Menschen beider oder anderer Kulturen. Den Anfang und zwei wichtige Schritte haben wir bereits mit zwei Ausstellungen gemacht.

 

Die letzte hat sich unter der Überschrift „Afrika-Meer-Europa“ mit der Fluchtbewegung befasst und war nicht nur inhaltlich und künstlerisch ein voller Erfolg. Zu der Vernissage kamen so viele Gäste, Spanier, Deutsche und andere Nationalitäten, die der Saal kaum fassen konnte. Wenn die Beschränkungen der Coronakrise aufgehoben werden, wird sie sogar zur Wanderausstellung und in vielen anderen Orten Spaniens gezeigt werden.

Aber nicht nur das, im Künstlerdorf Mijas sollen auch andere „verbindende“ Aktivitäten durchgeführt werden, wie das schon jedes Jahr im Februar (seit 2008) stattfindende ARTISTS IN RESIDENCE PROJEKT ( www.artistsinresidence.es ) mit darstellenden und bildenden Künstlern. Auch die seit 2020 bereits bestehende Zusammenarbeit im Kunstunterricht von AIR Künstlerinnen mit der deutschen Schule Málaga soll ausgebaut werden. Angedacht ist auch die künstlerische Gestaltung der Hochgarage von Mijas Pueblo durch Malereien an den Wänden.

 

Ein internationaler Künstlerstammtisch im Centro de Artes war bereits ein großer Erfolg und soll in Zukunft jeden Monat stattfinden. Daneben soll eine Ausstellung jedes Jahr im Februar in Zusammenarbeit mit der Casa Cultura der Stadt Mijas in einer der städtischen Galerien zu einer festen Einrichtung werden.

 

Für Workshops u.ä. stellt die Stadt Mijas uns Räume und den Innenhof des Casa Museo zur Verfügung. In der Regel nehmen im Februar ca 30-40 Künstler an den Aktivitäten teil. In den Rundgärten in Mijas Pueblo bietet die Stadt uns Flächen, um diese mit Kunst, z.B. mit Skulpturen, zu versehen. An dieser Stelle möchte ich dazu aufrufen, uns zu unterstützen, Unterkünfte für die anreisenden internationalen KünstlerInnen kostengünstig oder gar gesponsert zu vermitteln oder selbst zur Verfügung zu stellen.

 

Mein ganz besonderer Dank gilt den Initiatoren, allen voran Herrn Ulrich Häusler, der sich mit unermüdlich und einem bewundernswerten Engagement für dieses Projekt einsetzt, es fördert und voran bringt. Aber auch Lena Kuder von den Costa del Sol Nachrichten und allen anderen Beteiligten! Meine Bitte an Alle: Kommen Sie, erfüllen Sie gemeinsam mit uns dieses tolle Projekt mit Leben!  Vielen Dank 

Ihr Arnulf Braun


Vita

1977

Abitur

1977-1979

Militärdienst

1980-1983

Studium an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (Diplom-Verwaltungswirt)

1983-1984

Studium der arabischen Sprache in London und Amman

1984-1988

Attaché, Botschaft Riad (Saudi-Arabien)

1988-1991

Vizekonsul, Generalkonsulat Mailand (Italien)

1991-1995

Konsul, Leiter des Konsulats Douala (Kamerun)

1995-1998

Auswärtiges Amt Bonn , Politische Abteilung

1998-2000

Konsul, Generalkonsulat Hermannstadt (Rumänien)

2000-2003

Auswärtiges Amt Berlin, Personalabteilung

2003-2007

Konsul, Leiter des Konsulats Las Palmas de Gran Canaria (Spanien)

2007-2010

Auswärtiges Amt Berlin, Inspektion und Organisationsberatung

2010-2014

Konsul, Generalkonsulat Barcelona (Spanien)

2014-2018

Botschaftsrat, Botschaft, OSZE- und I.O.-Vertretung Wien (Österreich)

seit Juli 2018

Konsul, Leiter des Konsulats Málaga (Spanien)


Willkommen auch von mir !

„Dass aus dir mal was Anständiges wird.”

 

Wie oft hören diejenigen, die einen kreativen Weg beschreiten, dieses Mantra? Vielleicht ist es nur ein Necken, aber oftmals liegt der Aussage die Vorstellung zugrunde, dass ein Mensch, der die Kunst zu seinem Lebensmittelpunkt machen möchte, unweigerlich finanzielle Probleme und unruhige Zeiten haben wird. Das ist vielleicht nicht ganz aus der Luft gegriffen …

 

Wir haben zwar das Glück, in einem Land zu leben, das die Künste fördert. Der überwiegende Teil der Kunst- und Musikhochschulen wird vom Staat finanziert und unsere staatlichen Theater und Kulturbetriebe werden durch Subventionen unterstützt.

 

Und doch kann die Kunst eine wankelmütige Arbeitgeberin sein, die einen vor das Entscheidungsproblem stellt: Soll mich dieses Projekt erfüllen oder soll es mich ernähren? Soll es etwas sein, das möglichst vielen gefällt oder etwas, das meiner Botschaft Form verleiht?

 

Gerade in Krisenzeiten ist es oft die Kunst, sonst hochgepriesen und ein Aushängeschild unseres Landes, welche sich hinten anstellen muss und sich selbst überlassen wird. Denn Künstler und Künstlerinnen, das sind Menschen, die es gewohnt sind, sich durchbeißen zu müssen, wenn es mal nicht so gut läuft.

 

Die ihre Kunst auch durch branchenfremde Tätigkeiten finanzieren, selbst wenn es ihr Vorankommen behindert und Zeit, Energie, die Luft zum Atmen nimmt.

Artists in Residence ist eine Antwort auf die Frage, wann es nur um die Kunst gehen darf. Nicht kommerziell, dafür spartenübergreifend und gefördert mit einem etablierten Präsentationsrahmen der erarbeiteten Werke. Ein Hafen, der Sicherheit gibt und einen klar erkennen lässt: Es geht ausschließlich um die Kunst. Der Rest ist nicht relevant – endlich!

 

Ihre Sarah Alles 


 „ Artists Village - Mijas Pueblo “ als Künstlerdorf  für Les Montmartrois en Europe Künstlerinnen und Künstler vereint ein großes Potential an vielfältigen Kunstrichtungen – und damit ebenso vielfältigen Möglichkeiten beim Aufbau dieses Künstlerdorfes Mijas Pueblo in Andalusien, dem Kalifornien Europas. Hier trifft das Instrument seine Stimme, der Tanz findet die Ewigkeit in der Malerei, das Wort einen Körper im Schauspiel und die Keramik einen Platz zwischen Mimen, Musik und Architektur.

Jedes Jahr kommen Künstler für einen Monat in das Dorf um sich kreativ und menschlich auszutauschen, Projekte zu entwickeln und sie vor Ort auch dann real umzusetzen . Es entstehen Ausstellungen, es werden Theaterstücke einstudiert und es werden Film gedreht, die aber nicht  kommerziellen Zwecken dienen, sondern in erster Linie dem  Erfahrungsaustausch der Künstlerinnen und Künstlern. So entstehen Freundschaften zwischen den einheimischen Künstlern und denen die jedes Jahr aufs Neue im weißen Dorf zusammen kommen .


                    www.worpswede.de/                                                             www.lesmontmartroiseneurope.eu/                                                        www.artistsinresidence.es/